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Tagespflege Limburg

Das Konzept der ganzheitlichen Betreuung

Zusätzliche Betreuungskräfte

Durch den Abschluss einer zusätzlichen Vergütungsvereinbarung nach § 43 b SGB XI (Tagespflege) wird ein zusätzlicher Stellenschlüssel im Bereich der Betreuung von 1: 20 zu Grunde gelegt. Dadurch konnten wir neue Mitarbeiter einstellen und den Stellenumfang von vorhandenen Mitarbeitern erhöhen.

Angebote der zusätzlichen Betreuung finden integriert in den Tagesabläufen statt. Dadurch erhalten unsere Tagespflegegäste eine höhere Anzahl von individuellen und speziellen Angeboten der Betreuung.

Praktische Umsetzung der ganzheitlichen Betreuung

Um den Bedürfnissen aller Gäste mit ihren ganz eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Ressourcen gerecht zu werden, gestalten wir unsere Angebote immer im Hinblick auf die gerade anwesende Tagesgäste.
Das Team berücksichtigt bei der Planung der Aktivitäten sowohl die aktuelle psychische und physische Situation der Gäste als auch ihre Biographie.
Ein abwechslungsreiches Programm gewährleistet dabei, dass alle Gäste, ihren Fähigkeiten entsprechend am Tagesgeschehen teilnehmen können.

Vielfalt der Angebote

  • Bewegung
    • Gymnastik
    • Sitztanz
    • physiotherapeutisches Angebot
    • Spaziergänge
    • Ballspiele
    • viele weitere
  • Musik
    • Entspannung mit und durch Musik
    • Begleitung von Musik durch Instrumente (Klanghölzer etc.)
  • Gedächtnistraining
    • Vertellekes (Gesellschaftsspiel)
    • Sprichwörter ergänzen
    • 10-Minuten-Aktivierung
    • Biografisches Erzählen
    • Rätsel
  • und mehr
    • Sinnesaktivierung
    • basteln und dekorieren
    • kochen und backen
    • Bildbände betrachten und Kurzgeschichten lesen
    • sich gemeinsam erinnern, freuen und trauern
    • basale Stimulation
  • spirituelle Angebote
    • geistlicher Morgenimpuls
    • Abschlussandacht
    • Gottesdienste durch externe Pastoren
  • soziale Anbindung
    • verschiedene kulturelle Veranstaltungen

Das Konzept der ganzheitlichen Betreuung

  • Einführung von festen, an der Biografie und der Situation des Tagesgastes orientierten, Ritualen zur Unterstützung seiner „Beheimatung“ in der Tagespflege
  • tägliches seniorengerechtes und tagesgastbezogenes Bewegungsangebot, zum Beispiel regelmäßige Spaziergänge, Aufenthalt im Garten und Sitzgymnastik
  • Spezielle Erinnerungspflege orientiert an der Biographie der Tagesgäste
  • 10-Minuten-Aktivierung
  • Vorbereiten und Zubereiten von Mahlzeiten unter Einsatz individueller „Erinnerungsschlüssel“
  • kreatives Gestalten
  • musische Tätigkeiten
  • kulturelle Angebote
  • Gedächtnistraining mit Hilfe methodisch eingesetzter Übungsspiele
  • Bezug zum aktuellen Tagesgeschehen
  • spirituelle Angebote

Das Konzept der 10-Minuten-Aktivierung

Menschen mit Demenz werden durch vertraute Gegenstände aus ihrer Vergangenheit zum Erinnern und Erzählen angeregt. Auf Grund ihrer eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit sind die Themen auf etwa zehn Minuten ausgelegt. Lediglich sehr belastende Gesprächsinhalte wie Krieg und Vertreibung eignen sich nicht als Thema.

Erinnerungsschlüssel

Für jeden Menschen können andere Gegenstände oder Möbelstücke Erinnerungsschlüssel sein. Die Tagespflege nutzt diese Möglichkeit der Erinnerungen nicht nur in der 10-Minuten-Aktivierung, sondern auch in der Einrichtung der Räumlichkeiten. Die bekannten Gegenstände oder Möbel, die die Gäste oft noch aus der Kindheit kennen, wecken Erinnerungen, die zum Erzählen anregen.

Ziele der 10-Minuten-Aktivierung

  • Erinnern und Erzählen
  • Stärkung der Kommunikation
  • Kennenlernen der Gäste
  • Anregung geliebter Tätigkeiten (Nähen, Kochen, Gartenarbeit, etc.)
  • Vermeidung von Überforderung

Quelle: Das Qualitätshandbuch des Diakonischen Werkes Bethanien

Spirituelle Angebote

Wir verstehen den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele. Jeder Mensch hat, so glauben wir, eine eigene Spiritualität und Gottesverständnis. Wir legen, wie es auch in unserem Leitbild verankert ist, die Überzeugung zugrunde, dass jeder Mensch und endlich wertvoll und ein von Gott geliebtes Geschöpf mit unverlierbarer Würde ist.

In täglichen kleinen Morgenimpulsen oder Andachten am Nachmittag wie auch den gelegentlich stattfindenden Gottesdiensten ermöglichen wir den Gästen wieder neu zu erleben, was ihnen in Ihrem Leben und Glauben an Gott geholfen hat und sie auch jetzt wieder stärken soll. Es gibt ihnen Sicherheit, wenn sie wie gewohnt zu Tisch beten und unter anderem auch geistliche Lieder singen.

Unsere spirituellen Angebote, die sowohl angenommen als auch abgelehnt werden können, gelten allen Gästen unabhängig von ihrer religiösen Orientierung. Es geht uns auch darum, Menschen in der Gestaltung ihrer Beziehung zu sich selbst, zu anderen und zu Gott zu begleiten.

Auf Wusch von Gästen, Angehörigen oder Mitarbeitenden kann auch seelsorgerliche Begleitung angeboten werden.

Basale Stimmulation

Ursprünglich wurde das Konzept von Professor Dr. Andreas Fröhlich für die Sonderpädagogik entwickelt und dort erfolgreich eingesetzt. Prof. Christel Bienstein erkannte sein Potenzial für die patientenorientierte Pflege und übertrug es in Zusammenarbeit mit Andreas Fröhlich auf diesen Bereich.

Es werden in der Betreuung oder Pflege gezielt Wahrnehmungserfahrungen angeboten, die an vorgeburtliche Erfahrungen anschließen und als Basis zur weiteren „basal orientierter Anregung“ dienen.

Elemente der Basalen Stimulation können auch in anderen Situationen für Menschen ohne wesentliche Beeinträchtigungen anregend, entspannend oder bereichernd sein.

In der Tagespflege können wir mit basaler Anregung und Stimulation selbst Menschen mit nur wenig oder ohne nachweisbare Wahrnehmungsfähigkeiten erreichen. Auch sie sind empfindungsfähige Menschen. Sie haben Anrecht auf Wahrung ihrer Würde und Rechte.

Eine ganze Reihe von Sinnen bleibt erhalten und will auch stimuliert werden:

  • Vibratorische Reize → Wahrnehmung von Schwingungen.
  • Vestibuläre Reize → Wahrnehmung von Lageveränderungen
  • Somatische Reize → Wahrnehmung von Berührung
  • Olfaktorische/orale Reize → Wahrnehmung von Geruch/Geschmack
  • Auditive Reize →Wahrnehmung von Geräuschen und Stimmen
  • Taktile Reize → Wahrnehmung von Gegenständen durch Tasten
  • Visuelle Reize → optische Wahrnehmung

Ziele

  • Erhalt, Verbesserung und Förderung der Reizaufnahme und -verarbeitung
  • Erhalt, Verbesserung und Förderung vorhandener Ressourcen
  • Vermittlung von Verlässlichkeit und Sicherheit
  • Wecken der Neugier der Gäste
  • Angstreduktion / Regulierung des Muskeltonus
  • Orientierung in unklaren Wahrnehmungs- , Kommunikations- und Bewegungssituationen
  • Stressreduzierung für Menschen in belastenden Grenzsituationen
  • Wach sein fördern, Zuwendung zur Umwelt ermöglichen
  • Verbesserung des Wohlbefindens
  • Wahrnehmung des eigenen Körpers nicht ausschließlich als Quelle von Schmerzen und Leiden
  • Kompensierung von Hirnschädigungen, indem sich unter dem Eindruck der neu gewonnenen Erfahrungen und Eindrücke noch intakte Nervenzellen neu vernetzen

Demografischer Hintergrund

Sehr wichtig erscheinen diese Faktoren vor allem vor dem Hintergrund der wachsenden Anzahl alter und hilfsbedürftiger Menschen.

Vorhandene Bewegungsangebote in Altenhilfeeinrichtungen

In vielen Altenhilfeeinrichtungen finden bereits Bewegungsangebote statt. Wünschenswert ist eine systematische Förderung z. B. des Kraftniveaus und der koordinativen Fertigkeiten, denn darin liegt ein wichtiger Beitrag auch zur Sturzprophylaxe.

 
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