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Tagespflege Limburg

Das Konzept der Tagespflege Bethanien in Limburg

Vorstellung des Trägers

 

Trägerstruktur

Das seit 1896 bestehende Diakonische Werk Bethanien e. V. gehört zum Bund Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland KdöR, einer evangelischen Freikirche, deren Wurzeln in den Erweckungsbewegungen des 19. Jahrhunderts liegen. Die Arbeit des seit über 100 Jahren bestehenden Werkes ist von der Überzeugung geprägt, dass jeder Mensch als ein geliebtes Geschöpf Gottes unendlich wertvoll ist.
Verantwortlich für die Arbeit in den Bethanien-Einrichtungen ist der hauptamtliche Vorstand des Werkes, den der Verwaltungsrat beruft. Der Vorstand besteht aus dem Direktor/Vorstandsvorsitzenden, dem Geschäftsführer und dem Leiter des Geschäftsbereiches ambulante Pflege.
Das Diakonische Werk Bethanien e. V. ist Träger mehrerer Seniorenzentren und ambulanter Pflegedienste, eines Fachseminars für Altenpflege, eines Krankenhauses sowie verschiedener Seelsorge-, Therapie- und Erholungseinrichtungen mit dem gemeinsamen diakonischen Auftrag „leben helfen“.
Die Tagespflegeeinrichtung Bethanien in Limburg fällt in den Geschäftsbereich ambulante Pflege.

Inhaltliche Ausrichtung

Aus unserer bisherigen Arbeit als Träger mehrerer Seniorenzentren und ambulanter Pflegedienste hat sich die Erkenntnis ergeben, dass Seniorenhilfe immer zwei Zielgruppen haben muss: den pflegebedürftigen Menschen und seine pflegenden Angehörigen/Bekannten.
Weil immer mehr alte Menschen ein Leben zu Hause dem Aufenthalt in einem Seniorenheim vorziehen, sind Ratsuchende einerseits die pflegebedürftigen Menschen selbst und anderseits die Familienangehörigen/Bekannten, die ihre hilfebedürftigen Angehörigen zu Hause pflegen. Trotzdem sehen sich viele alte Menschen gezwungen, in eine stationäre Senioreneinrichtung zu ziehen, weil die ambulante Versorgung an ihre Grenzen stößt, z. B. weil Angehörige zwar bereit sind, ihre hilfebedürftigen Angehörigen zu pflegen, die Pflege sie aber langfristig in ihren zeitlichen, körperlichen und seelischen Möglichkeiten überfordert.

Die Tagespflegeeinrichtung nimmt hilfebedürftige Senioren tagsüber auf und bietet ihnen Kontakt mit anderen Menschen, Förderung, Pflege und rehabilitative Maßnahmen. Pflegende Angehörige werden dadurch entlastet bzw. erst in die Lage versetzt, die Pflege über einen längeren Zeitraum im häuslichen Umfeld zu übernehmen. Tagespflegeeinrichtungen können stationäre Senioreneinrichtungen nicht ersetzen, aber die Übersiedlung in ein Seniorenheim verzögern bzw. erst einmal vermeiden. Damit ist die Tagespflege eine wichtige Ergänzung zur ambulanten Pflege. Zurzeit werden ca. 1,6 Millionen Menschen zu Hause gepflegt. 90 % der ca. 1,2 Millionen Menschen mit Demenz werden heute zu Hause versorgt.
In Zukunft wird die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigen und die der jüngeren Menschen abnehmen. Damit verringert sich die Möglichkeit familiärer Betreuung pflegebedürftiger Menschen. Die familiären und nachbarschaftlichen Hilfsnetze werden schwächer. Umso wichtiger werden weitere Hilfeangebote für Pflegebedürftige und deren Angehörige/Bekannte sein.
Die Tagespflege-Erfahrungen zeigen deutlich die Notwendigkeit und die Entlastungsmöglichkeiten solcher Einrichtungen für die Angehörigen.

Darstellung der Einrichtung

 

Zielgruppe / Leistungsrechtliche Zuordnung

Das Angebot der Tagespflegeeinrichtung ist für Menschen (in erster Linie Senioren), die hilfs- bzw. pflegebedürftig, behindert oder an Demenz erkrankt sind und die nicht mehr allein bleiben bzw. sich nicht mehr selbst versorgen können. <r> Ihre Selbständigkeit wird durch rehabilitative und realitätsorientierende Maßnahmen unterstützt und gefördert. In Absprache mit der Pflegedienstleitung kann auf Wunsch des Angehörigen oder des Gastes auch ein Mensch unter 65 Jahren aufgenommen werden. Die Pflege- und Betreuungsangebote werden dann seiner individuellen Lebenssituation angepasst.
Alle Pflegeleistungen sind so umfassend wie nötig. Im Sinne einer aktivierenden Pflege soll damit die Eigenaktivität des Tagesgastes gefördert bzw. erhalten werden.
Die Tagespflege ist geöffnet von 7:30 Uhr – 16:30 Uhr an allen Werktagen und an jedem 3. Samstag im Monat. Bei Bedarf bieten wir auch Betreuung bis in den Abend hinein an. Es wird dann ein Abendessen und ein Feierabendprogramm geben. Bei verstärkter Nachfrage werden weitere Samstage geöffnet.

Zugangskriterien / Ausschlusskriterien

Die Tagespflegeeinrichtung ist für bis zu 18 Besucherplätze konzipiert. Nach der ersten Anfrage findet ein Beratungsgespräch in den Tagespflegeräumen oder, wenn erwünscht, im häuslichen Umfeld statt. Danach besteht für den Interessenten die Möglichkeit, die Tagespflege einen Tag lang probeweise zu besuchen. In dieser Zeit kann er, ebenso wie die Mitarbeiter/-innen, überprüfen, ob die Tagespflege das angemessene Angebot für ihn/sie darstellt. Die Entscheidung über die definitive Aufnahme liegt bei der Leitung der Tagespflege, die sich in diesem Punkt mit dem Mitarbeiter/-innen-Team der Tagespflege vorher berät und abstimmt. Mit dem Tagespflegegast wird ein Tagespflegevertrag geschlossen. Der Tagespflegegast kann auch nur an einzelne Wochentage die Tagespflegeeinrichtung besuchen.
Es ist uns ein Anliegen, die Angehörigen in ihren Pflegebemühungen zu unterstützen. Die Tagespflege Bethanien will keine Einrichtung sein, in der alte Menschen einfach „abgegeben“ werden können. Bedingung für die Aufnahme eines Gastes in die Tagespflege ist die Bereitschaft der Angehörigen, mit dem Betreuungspersonal kontinuierlich Kontakt zu halten (z. B. an einer Angehörigengruppe teilzunehmen oder sich in Einzelgesprächen mit der Leitung der Tagespflege über die Betreuung des Angehörigen auszutauschen). Wird der Gast von einem ambulanten Pflegedienst versorgt, wird mit diesem zusammengearbeitet.
Die Einrichtung eignet sich wegen der Räumlichkeit nicht für Menschen, die überwiegend bettlägerig sind. Senioren mit herausforderndem Verhalten aufgrund einer Demenzerkrankung oder einer Sucht- und Alkoholproblematik können nur dann aufgenommen werden, wenn sie weder sich noch andere gefährden und somit die Zielrichtung unserer Tagespflege für die übrigen Gäste nicht mehr gewährt werden kann.
Gäste mit einer multiresistenten Keimbesiedelung sollten erst nach dem dritten negativen Abstrich die Tagespflege wieder besuchen.

Zielvorstellungen

Für unsere von Demenz betroffenen Gäste bildet Alltagsnormalität den Rahmen für eine Struktur, die ihnen eine erlebbare Sicherheit und Orientierung gibt. Deshalb gestalten wir unsere gemeinsamen Tage um die Mahlzeiten (Frühstück, Mittagessen, Kaffeetrinken) herum stets gleich.
Die einzelnen Betreuungsangebote wiederum richten wir an den individuellen Bedürfnissen und Wünschen der jeweils anwesenden Gäste aus. Dabei berücksichtigen wir die Biografie, die Persönlichkeit und die Selbstbestimmung jedes einzelnen. Unsere Beschäftigungsangebote knüpfen an die Alltagskompetenzen der Gäste an. Wir beachten den Grundsatz, dass Menschen mit Demenz ein akzeptierendes Umfeld brauchen, das ihr Aktivsein kreativ unterstützt. Erzählen, feiern und lachen, aber auch weinen, trösten und getröstet werden gehören zu jedem unserer Tage.

„Wir wollen miteinander – leben in einer Alltagsnormalität auf der Grundlage von Lebensfreude und des personenzentrierten Ansatzes. Dadurch erfährt jeder Gast in der Tagespflege Sicherheit und Wertschätzung.“

Einrichtungsstruktur

 

Lage der Einrichtung

Die Tagespflege Bethanien befindet sich in der Zeppelinstraße 12 in 65549 Limburg. Sie ist nicht an eine stationäre Senioreneinrichtung angegliedert, sondern wird als eine solitäre Einrichtung geführt. Sie befindet sich im ehemaligen Pächterhaus, auf dem Gelände der Freien evangelischen Gemeinde, im westlichen Teil der denkmalgeschützten ehemaligen Staatsdomäne.
Die Einrichtung bietet den Rahmen für generationsübergreifende Angebote mit den anderen Anbietern in der Domäne, wie dies auch seitens der Stiftung Domäne Blumenrod e. V. angestrebt ist.
In den angrenzenden Gebäuden befinden sich eine Kinderkrippe, medizinisch-therapeutische Praxen und das Café Denkmal. Des Weiteren sind in unmittelbarer Nähe mehrere Arztpraxen, Apotheken, Lebensmittelgeschäfte, ein Bäcker, ein Friseursalon und eine Sparkassenfiliale.
Der Eingang mit eigener Zufahrt über den Innenhof der Anlage ermöglicht es Gästen wie Besuchern, das Haus barrierefrei gut zu erreichen.

Größe der Einrichtung

Die Tagespflegeeinrichtung können 18 Personen pro Tag besuchen. Sie hat eine Grundfläche von ca. 346 m2 über zwei Stockwerke, wobei man das Obergeschoss mit einem Aufzug erreichen kann.

Raumkonzept

Durch die Architektur des „Pächterhauses“ ist ein gemütliches und seniorengerechtes Ambiente entstanden. Die Ausstattung ist hell und gemütlich, die Dekoration der Räume wird sich an der jeweiligen Jahreszeit und traditionellen Festen o.ä. orientieren und enthält viele „Erinnerungsschlüssel“ für den Gast.

Im Erdgeschoss befinden sich:

  • der Eingangsbereich mit Garderobe und abschließbaren Fächern für die Tagespflegegäste
  • die Wohnküche – hier werden hauswirtschaftliche aber auch kreative Aktivitäten stattfinden. Es wird täglich frisch gekocht und gebacken. Der Küchenbereich ist gut ausgestattet und behindertengerecht gestaltet, sodass auch Rollstuhlfahrer in Küchenaktivitäten mit einbezogen werden können
  • ein kleiner Frühstücksraum/ Spielzimmer für Brettspiele gibt es das Uhrzimmer in Angrenzung an die Wohnküche
  • der Wintergarten für Großgruppenprogramm, ausgestattet mit Klavier und weiteren Musikinstrumenten, einer Ruhecouch, zwei Ruhesesseln und bequemen Stühlen
  • ein Dienstzimmer
  • das Kaminzimmer (Snoezelenraum) mit einem Niedrigbett und 4 elektr. verstellb.Ruhesesseln, Elektrokamin
  • ein behindertengerechtes Bad mit Dusche und WC. Sollte es einem Tagesgast nicht möglich sein, zu Hause zu baden, so ist dies in der Tagespflege möglich
  • ein separates behindertengerechtes WC
  • Zugang zum „beschützten Garten“, der mit Sitzgelegenheiten und Sonnenschirmen zum Verweilen, aber auch mit Hochbeeten und Gartengeräten zu Aktivitäten einlädt; über den Wintergarten oder vom Innenhof aus barrierefrei zu erreichen


Im Obergeschoß befinden sich:

  • ein Therapieraum, der für Großgruppenangebote genutzt werden kann, dort steht auch ein Ohrensessel
  • ein Balkon mit Sitzgelegenheiten und Sonnenschirm
  • ein Salon mit 2 bequemen Ruhecouchgarnituren mit Schlaffunktion und 3 Ruhesesseln
  • eine abgetrennte Sitzgruppe für Spiele u.a. Aktivitäten am Tisch
  • ein Ruheraum mit einem Niedrigbett und einem Bett mit Überlänge, sowie 3 Ruhesesseln
  • ein Werkraum mit Werkbank und Schraubstock, verschiedenen Bastelmaterialien und Werkzeugen
  • Büroraum, der sich auch für Besprechungen mit Angehörigen oder Ärzten eignet und ein WC für Personal
  • ein Behinderten -WC, ein weiteres kleines WC
  • Ruhenische mit Ohrensessel

Im Kellergeschoss befinden sich Vorratsräume und Waschmaschine, Trockner.

Pflegerisch-therapeutische Konzepte

Unter dem Leitgedanken der ganzheitlichen aktivierenden Pflege und Betreuung wollen wir in der Tagespflege unseren Gästen möglichst umfassend gerecht werden. Das bedeutet konkret, ihre Bedürfnisse auf der körperlichen, geistig-emotionalen und sozialen Ebene zu berücksichtigen und ihre Möglichkeiten zur Eigenständigkeit zu fördern. Durch Anregung und gezieltes Training wollen wir die vorhandenen Fähigkeiten und Ressourcen in den oben genannten Bereichen möglichst lange erhalten bzw. soweit wie möglich zurück gewinnen.

Wir nehmen den einzelnen Tagesgast in seiner jeweiligen Situation wahr als Einheit von Körper, Seele und Geist. Unsere Betreuungsatmosphäre vermittelt Geborgenheit, Vertrauen, gibt Sicherheit und Konstanz. Die theoretische Grundlage dazu bietet uns der personenzentrierte Ansatz nach Tom Kitwood. Er setzt den betroffenen Menschen in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen, analysiert fördernde Faktoren und personale Detraktionen. Der Blick auf den Einzelnen ist unter dem Oberbegriff Liebe unterteilt in die Bereiche bzw. Grundbedürfnisse: Identität, Geborgenheit, Anerkennung, Beschäftigung und Einbezug. Wir möchten unseren Gästen die Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse ermöglichen und somit ein relatives Wohlbefinden für Menschen mit Demenz erreichen.

In unserer Tagespflege treffen Menschen aus unterschiedlichen Generationen und aktuellen Lebenssituationen aufeinander. Der regelmäßige „Szenenwechsel“ zwischen häuslicher Umgebung und Tagespflege enthält in sich viele stimulierende und fördernde Elemente, stellt aber auch eine Herausforderung dar.
Durch den Aufbau einer regelmäßigen Tagesstruktur vermitteln wir Sicherheit und Verlässlichkeit. Um eine optimale Pflege- und Betreuungsqualität zu gewährleisten, stellen wir aufgrund einer strukturierten Biografie und Informationssammlung (SIS) eine individuelle Tagesstruktur zusammen.

Allgemeine Pflege- und Betreuungsleistungen

Pflege

Zu unseren Pflegeleistungen gehören:

  • die allgemeinen Versorgungen, wie Toilettengänge sowie Baden und Duschen, Haarwäsche, Frisieren etc.
  • b. Bedarf Ganz- und Teilwaschungen
  • Hilfe/ Übernahmen beim Kleidungswechsel
  • Hilfe/ Übernahme, Wechsel von Inkontinenzmaterial
  • Transfers
  • Lagerungen und Mikrolagerungen
  • Verabreichung verordneter Medikamente, BZ- Kontrolle Insulingabe nach AVO
  • Überwachung und Dokumentation der Vitalwerte
  • in Ausnahmefällen die Versorgung bestehender Wunden nach AVO
  • Beobachtung und Dokumentation von Veränderungen des Gesundheitszustandes gehören ebenso dazu wie die enge Korrespondenz mit den zuständigen Ärzten, die auch zur Visite in unsere Einrichtung kommen können

Betreuung

Diese wird durch folgende Angebote in der Tagespflege verwirklicht:

  • 10-Minuten-Aktivierung (tägliche Orientierungsrunde – welcher Tag, welcher Monat, welches Jahr, welche Jahreszeit, was für ein Wetter ist heute?)
  • Bezug zum aktuellen Tagesgeschehen (gemeinsames Lesen der Zeitung, incl. Gespräch darüber)
  • Spezielle Erinnerungspflege, orientiert an der Biografie der Tagesgäste
  • musische Tätigkeiten (Singen, Tanzen/Sitztänze zur Aktivierung, Koordination verschiedener Fähigkeiten, Erhaltung der Lebensfreude)
  • musikalische Angebote in Groß- und Kleingruppen
  • Vor- und Zubereiten von Mahlzeiten unter Einsatz individueller „Erinnerungsschlüssel“ (alte Kochbücher, -geschirr, -gerätschaften)
  • seniorengerechtes und tagesgastbezogenes Bewegungsangebot
  • kreatives Gestalten (Basteln, Malen, Handwerken zur Erhaltung der Sinne, der Feinmotorik und der Lebensfreude)
  • Gedächtnistraining mit Hilfe methodisch eingesetzter Übungsspiele, z. B. zur Wortfindung, Erinnerung, Konzentration usw.
  • Öffnung nach außen (Ausflüge, Veranstaltungsbesuche, möglichst auch in Verbindung mit Menschen außerhalb des Tagespflege)
  • Religiöse Angebote (Andachten, Besuche von Seelsorgern, Gottesdienste)

Die Angebote werden jeweils den Bedürfnissen und Möglichkeiten der gesamten Gruppe und des einzelnen Gastes so angepasst, dass dieser mit Lust und Lebensfreude dabei sein kann und das Wohlbefinden der Beteiligten gefördert wird.
Tagesgäste, die diese Angebote nicht wahrnehmen möchten, haben die Möglichkeit, ihren individuellen Interessen nachzugehen.

Unseren Gästen bieten wir an, sie morgens mit unserem eigenen auch für Rollstuhlfahrer geeigneten Fahrzeug von zu Hause abzuholen und nachmittags wieder dorthin zu bringen.

Unterkunft und Verpflegung

Die Gäste können ihrem Tagesrhythmus entsprechend morgens in die Tagespflege ab 7:30 Uhr kommen. Dort beginnen sie den Tag mit einem Frühstück. Beim Zubereiten des Mittagessens, das täglich frisch gekocht wird, können sie gerne mitwirken.
Ein Tiefkühlgericht steht als Alternative zur Verfügung. Wir bieten täglich Fingerfood und frisches Obst an. Getränke werden zu den Mahlzeiten und zwischendurch nach individuellen Vorlieben angeboten. Nachmittags gibt es Kaffee und Kuchen, bevor die Gäste wieder nach Hause verabschiedet werden.
Um die hauswirtschaftlichen Fertigkeiten zu erhalten und das Gefühl zu vermitteln, noch etwas tun zu können, wirken die Gäste, wenn sie es wünschen, auch bei anderen hauswirtschaftlichen Tätigkeiten mit (z.B.: Tisch decken, Spülen, Wäsche bügeln, Wäsche aufhängen …).

Folgende Zeitkorridore liegen der Verpflegungsstruktur zugrunde, können aber individuell an die Wünsche der Gäste angepasst werden:
07:45 Uhr – 09:30 Uhr Frühstück
12:00 Uhr – 13:00 Uhr gemeinsames Mittagessen
14:30 Uhr – 15:30 Uhr Kaffeetrinken

Entsprechend der sogenannten Wochenthemen (z. B. die Kartoffel) werden Mahlzeiten unter Berücksichtigung von Wünschen und individuellen Besonderheiten ausgewählt und auf einem Wochenspeisenplan dargestellt.

Darstellung von Verantwortung und Kompetenz

 

Ziel und Zweck

Mit dem Ziel, unsere Leistungen im Interesse aller zu erbringen und weiterzuentwickeln, sind Verantwortlichkeiten und Befugnisse beschrieben. Dies gilt in besonderer Weise für Tätigkeiten und Abläufe, die für das qualitative Gelingen unserer Gesamtbemühung von besonderer Bedeutung sind.

Allgemeine Verantwortung und Befugnis

Jeder Mitarbeiter im Diakonischen Werk Bethanien trägt durch sein Mitwirken, Mitdenken und Mitarbeiten zum Erreichen unserer Ziele bei. Um dies zu ermöglichen und zu unterstützen, schaffen wir mit unserem QM-System Voraussetzungen und Rahmenbedingungen dafür und erwarten von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf allen Ebenen, diesen Rahmen zu achten, die für den einzelnen Arbeitsplatz getroffenen Festlegungen zu kennen und entsprechend auf unsere Ziele hin zu handeln. Wir erwarten von jedem Einzelnen, dass das individuelle Arbeiten auf dieser Grundlage beurteilt und weiterentwickelt wird.

Prozessbezogene Verantwortung und Befugnis

In der täglichen Arbeit vertrauen wir die Abläufe der Leistungserbringung speziellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gewissermaßen zu guten Händen wie ihr Eigentum an. Für ganze Arbeitsabläufe oder Teile davon haben wir deshalb immer dort, wo Prozesse geregelt wurden, Verantwortlichkeiten festgelegt. Dies gilt besonders für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in spezieller Weise durch ihre Arbeit und Qualifikation zum Erreichen unserer Ziele im jeweiligen Aufgabenfeld beitragen.

Mitarbeiter/-innen

Die Leitung der Tagespflegeeinrichtung wird von Frau Tanja Hasenfratz übernommen. Sie besitzt seit 1998 die Qualifikation als examinierte Altenpflegerin und hat 2015 die Weiterbildung zur Pflegedienst- und Einrichtungsleitung/Pflegemanagement (Zusatzqualifikation über mindestens 460 Stunden) erfolgreich abgeschlossen. Sie übernimmt die fachliche Leitung der Tagespflege und stellt sicher, dass das Prinzip der Bezugspflege gewährleistet ist, indem sie möglichst täglich am Tagesablauf in den Räumen der Tagespflege teilnimmt. Sie ist verantwortlich für die Pflege- und Betreuungsplanung sowie die Dokumentation. Ebenso erstellt und begleitet sie, gemeinsam mit den übrigen Fachkräften, den Tagesstrukturplan. Sie übernimmt die Planung der Dienste und Schulungen der Mitarbeiter/-innen der Tagespflege und ist verantwortlich für die Angehörigenarbeit.

In der Tagespflege arbeiten Pflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte und Alltagsbegleiter in einer an den Personalrichtwerten orientierten Anzahl. Der zugrundeliegende Personalschlüssel wird mindestens 1:3,84 betragen. Davon wird die Pflegedienstleitung eine VK haben. Ihre Stellvertreterin eine 0,75 VK. Für den Bereich der Verwaltung werden 0,71 VK und den der Hauswirtschaft 0,4 VK entfallen. Die übrigen Mitarbeiter mit Qualifikationen als Krankenschwestern, bzw. Altenpflegerinnen werden auf die restlichen Stellenanteile verteilt.

Eine große Bereicherung dieses Teams können ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen sein. Hier ist die Verbindung des Trägers zu den ortsansässigen Freien evangelischen Gemeinden nützlich. Ein Aufgabenbereich für ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen kann die Begleitung der Gäste zu Veranstaltungen und Ärzten oder bei Spaziergängen in die Stadt sein. Zusätzlich können die ehrenamtlichen Helfer bei den unterschiedlichen Betreuungsangeboten in der Tagespflegeeinrichtung helfen.
Wir bieten Praktika an im Rahmen der Ausbildung zur Altenpflege sowie ein freiwilliges soziales Jahr. Eine Hauswirtschaftskraft und Hygienebeauftragte leitet mit weiteren hauswirtschaftlichen Mitarbeiter/-innen den Aufgabenbereich rund um die Hauswirtschaft.
Durch den Abschluss einer Vergütungsvereinbarung nach § 43b SGB XI wird ein zusätzlicher Stellenschlüssel im Bereich der Betreuung von 1:20 zu Grunde gelegt. Um dies zu verwirklichen, wird ein Anteil der Betreuungskräfte nach §43b von 0,75 VK gewährleistet.
Angebote der zusätzlichen Betreuung finden integriert in den Tagesabläufen statt. Dadurch erhalten unsere Tagespflegegäste eine höhere Anzahl von individuellen und speziellen Angeboten der Betreuung.

Information und Kommunikation

Die Weitergabe von relevanten Informationen wird sichergestellt durch regelmäßige, protokollierte Teamsitzungen, tägliche Dienstübergaben, die geführte Dokumentation und den schriftlichen und persönlichen Austausch von Informationen mit Angehörigen und anderen Personen aus dem Umfeld der Gäste sowie, wenn vorhanden, mit Anbietern der ambulanten Pflege.
Der Austausch von datenschutzrelevanten Informationen aus der Einrichtung (z. B. Fahrdienst) unterliegt immer den geltenden Datenschutzrichtlinien.
Die Kommunikation mit unseren Gäste orientiert sich (wie oben beschrieben) immer auch an deren gesundheitlichen Rahmenbedingungen.

Pflege- und Betreuungssystem

Die systematische Informationssammlung aus Anamnese und Biografie stellen zur pflege- und betreuungsfachlichen Beurteilung die Grundlage dar. Die aktuelle Lebens-und Bedürfnissituation des Gastes wird durch die Bezugspflegekraft erfasst.
Im Detail bedeutet dies die Ermittlung der Ressourcen und Probleme des Gastes sowie die gezielte Auswahl derjenigen Bedürfnisse, die am wirksamsten durch pflegerische Betreuung befriedigt werden können. Der Gast wird in seiner Gesamtheit gesehen und ganzheitlich von einem multiprofessionellen Team versorgt. Die Evaluation der Tagestruktur und der strukturierten Informationssammlung (SIS) incl. Kontakt zu Angehörigen, Betreuern und anderen für den Gast wichtigen Bezugspersonen ist entsprechend des Systems der Bezugspflege an die Fachkräfte delegiert.

Milieugestaltung

In unserer Tagespflege treffen Menschen aus unterschiedlichen Generationen und aktuellen Lebenssituationen aufeinander.
Wir haben ganz bewusst mit der offenen Raumgestaltung eine Atmosphäre zur Begegnung untereinander geschaffen. Die hellen Räume sind mit großen Fenstern versehen und mit warmen Farben gestaltet. Einige antike Möbelstücke und Einrichtungsgegenstände erinnern an Vertrautes aus der Jugendzeit.
Auch die einladende Küche, der Werkraum, das Kaminzimmer und der begehbare Garten schaffen Bezug zur eigenen Person und Biografie. Sie vermitteln damit ein Gefühl der Sicherheit als konkrete Erinnerungsanker.
Viele Dekorationsstücke dienen als Trigger oder Gesprächseinstieg über Erlebtes. Aber nicht nur Gegenständliches gestaltet das Milieu sondern auch die Betreuungsatmosphäre, die Wertschätzung und Begegnung auf Augenhöhe.

Personaleinsatzplanung und Dienstplangestaltung

Die Personaleinsatzplanung richtet sich nach den getroffenen Vereinbarungen auf der Grundlage der gesetzlichen Vorgaben. Diese Planung stellt einen an den Anforderungen der Gäste orientierten Einsatz sicher und wird an die Belegung angepasst. Es ist stets mindestens eine PFK und eine Betreuungsmitarbeiterin im Dienst.
Mitarbeiter der Hauswirtschaft kommen zu bestimmten Zeiten mit erhöhtem Arbeitsanfall im Bereich der HW und Reinigung dazu. Entsprechend der MA-Qualifikation werden Aufgaben verteilt.
Die Dienstplangestaltung erfolgt nach den Vorgaben des Programms Polypoint/PEP und basiert auf den gesetzlichen Vorgaben.

Pflege- und Betreuungsprozess

Als Grundlage unserer Pflege haben wir das Strukturmodell gewählt, das seit 2015 die Pflegedokumentation verschlanken soll und aus vielen Bausteinen abgeleitet ist, so z.B. aus dem Pflegemodell von Monika Krohwinkel, einer Weiterentwicklung / Ergänzung der Modelle von Rooper und Juchli.
Zudem lehnt es sich an die Module des NBA (Neues Begutachtungsassessment) an. Anhand von 6 Themenfeldern werden Informationen aus Gesprächen mit dem Gast und seinen Angehörigen zusammengetragen. Ergänzend dazu werden Wünsche und Bedürfnisse durch ärztlichen Fragebogen und den Biografiebogen erfasst. Aus dieser strukturierten Informationssammlung wird eine individuelle Tagesstruktur entwickelt. Risiken werden erfasst und unter Hinzuziehen anerkannter Standards minimiert.
Regelmäßig wird die Tagesstruktur evaluiert und an den aktuellen Pflege-und Betreuungsbedarf angepasst.

Pflege- und Betreuungsdokumentation

Die Dokumentation erfolgt auf der Grundlage des neuen Strukturmodells und wird umgesetzt durch die Software HVP von DM-EDV, die auch zur Verwaltung und Rechnungsstellung verwendet wird. Schriftliche Dokumente werden in abschließbaren Schränken/Büros aufbewahrt.

Recht auf besonderen Schutz

Durch die besondere Situation der Gäste als auf Hilfe angewiesene Personen ergibt sich für uns der Auftrag, diese vor jeglicher Art von Gewalt und Herabsetzung ihrer Würde zu schützen. Hierzu verfügt die Einrichtung z. B. über Konzepte zum Schutz vor Gewalt und zur Wahrung der Intimsphäre. Fallbesprechungen, Supervisionen und andere Maßnahmen geben den MA Handlungsmöglichkeiten im Fall von Grenzerfahrungen und dem Empfinden von Überforderungen.
Werksinterne und externe Ansprechpartner stehen im Bedarfsfall zur Verfügung. MA werden im Rahmen der Einarbeitung und im konkreten Fall darauf hingewiesen.

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